[Start][Meine Kinder][Spiele][Lexikon]
[Willi denkt]

Willi will's wissen

Elternbezogene Erwartung

«Kleine Eltern haben kleine Kinder, große Eltern haben große.» Das ist nur «statistisch» richtig, im Einzelfall können durchaus Abweichungen auftreten. Wenn man allerdings die Elterngröße kennt, kann man zumindest eine Schätzung abgeben, in welchem Größenbereich ein Kind zu einem bestimmten Alter sein sollte.

Um die Begriffe «klein» bzw. «groß» in Zahlen zu fassen, wird zunächst der SDS der Elterngrößen ausgerechnet. Aus der Züricher Wachstumsstudie von A. Prader wurde nun ermittelt, inwieweit sich aus dieser relativen Größe der Eltern Aussagen über die relative Größe der Kinder ableiten lassen.

Die Ergebnisse lassen sich so zusammenfassen, dass sich Mädchen im allgemeinen mehr an der Größe ihrer Eltern orientieren als Jungen, und dass von beiden Elternteilen wiederum die Mutter den größeren Einfluß auf die Größe der Kinder hat. Besonders gering ist die Abhängigkeit der Kindergröße von der Elterngröße im frühen Kindesalter und während der Pubertät, während die Endgröße relativ stark von den Elterngrößen abhängt.

Für all jene, die sich für den statistischen Hintergrund interessieren, hier eine etwas genauere Erklärung der Vorgehensweise: Von den Vater- und Muttergrößen der Züricher Wachstumsstudie wurden zunächst Mittelwert und Standardabweichung errechnet, um die Elterngrößen damit in SDS umzurechnen. Dann wurden für jede Altersgruppe und getrennt für beide Geschlechter die Koeffizienten des linearen Modelles

sds Kind = α 1 sds Mutter 2 sds Vater + ε

ermittelt. Sodann wurden die anhand des Modells erwarteten SDS mit den tatsächlich gemessenen verglichen und die Standardabweichung der Differenzen ermittelt.

Eine relativ kleine Standardabweichung bedeutet, dass das Modell die Kindergröße sehr gut voraussagen kann, also dass die Abweichung von der Elternbezogenen Erwartung sehr gering ist. Eine große Standardabweichung hingegen bedeutet, dass die Kenntnis der Elterngröße den Bereich der erwarteten Kindergröße kaum verkleinert.

Zur Illustration einige Koeffizienten:

Alter Jungen Mädchen
α 1 α 2 σ α 1 α 2 σ
1 0.195 0.133 0.765 0.184 0.1967 0.811
6 0.371 0.164 0.810 0.306 0.145 0.703
13 0.393 0.117 0.807 0.373 0.100 0.726
18 0.420 0.312 0.869 0.435 0.303 0.664

In der konkreten Anwendung müßte man also korrekterweise die Eltern-SDS anhand entsprechend älterer Normkurven ermitteln, um den säkularen Trend auszugleichen. Bei den Berechnungen auf dieser Seite werden jedoch zur Berechnung die aktuellen Normkurven herangezogen.

[Zurueck]