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Kleinwuchs

Menschen mit einer Körperhöhe unterhalb der 3. Perzentile werden definitionsgemäß als kleinwüchsig bezeichnet. Kleinwüchsigkeit ist nicht gleichbedeutend mit krank, sondern ist ein ausschließlich statistisch benutzter Begriff. Oft haben kleinwüchsige Kinder kleinwüchsige Eltern. D.h. wenn die Körperhöhe dieser Kinder auf die Körperhöhe ihrer Eltern bezogen und die Zielgröße bestimmt wird, die man aus den elterlichen Größen errechnet, sind diese Kinder normal groß.

Allerdings finden sich unter den kleinwüchsigen statistisch häufiger auch kranke Menschen, denn viele, und besonders chronische Krankheiten, gehen mit einer Störung des Längenwachstums einher. Die meisten Kinder, die für ihr Alter zu klein erscheinen, sind konstitutionell entwicklungsverzögert, d.h. sie haben ein verlangsamtes Entwicklungstempo, kommen etwas später in die Pubertät als gleichaltrige, sind aber vollkommen gesund und erreichen im Allgemeinen auch eine normale Erwachsenengröße.

Die häufigste Ursache für einen deutlichen Kleinwuchs ist die Achondroplasie. Sie kommt einmal auf 4000 bis 10000 Menschen vor. Menschen mit Achondroplasie hat es in allen großen menschlichen Ansiedlungen gegeben, und sie sind schon vor Jahrtausenden dargestellt worden.

Die Abbildung zeigt eine ägyptische Darstellung eines Menschen mit Achondroplasie.

Die medizinische Diagnostik bei Kleinwuchs ist umfangreich und schließt immer ein Röntgenbild der linken Hand zur Bestimmung des Knochenalters ein. Kleinwuchs ist in den meisten Fällen keine Krankheit an sich, sondern Ausdruck anderer körperlicher Störungen, die auch das Wachstum beeinträchtigen.

Kinder mit chronischen Erkrankungen, das können Entzündungen sein (z.B. Morbus Crohn, oder rheumatische Erkrankungen), Störungen der Verdauungsfunktion (z.B. Zöliakie, das ist eine Unverträglichkeit gegen Getreidekleber), Störungen der Lungenfunktion (z.B. cystische Fibrose), Störungen der Nierenfunktion (z.B. nephrotisches Syndrom) oder dauerhafte Besiedlung mit Parasiten (z.B. Kinder mit chronischen Wurmerkrankungen aus tropischen Ländern) sind fast immer kleinwüchsig. Andere mögliche Ursachen für Kleinwuchs sind:

  • Eßstörungen. Fehlernährte oder mangelernährte Kinder wachsen schlecht. Es gibt Untersuchungen, die belegen, daß Kinder, die makrobiotisch ernährt werden, kleiner und leichter sind als Vergleichskinder. Kinder mit Vitamin D Mangel (Rachitis) wachsen ebenfalls schlecht.
  • Viele Störungen des Aminosäure- und Zuckerstoffwechsels.
  • Sehr zahlreiche Fehlbildungssyndrome. Da sind insbesondere die Störungen des Knochen- und Knorpelstoffwechels, die mit einer Verkürzung der Gliedmaßen und einem dysproportionierten Kleinwuchs einhergehen, wir erwähnten bereits die Achondroplasie. Chromosomale Aberrationen, das sind Veränderungen an Zahl oder Struktur von Chromosomen, gehen ebenfalls meist mit Wachstumsstörungen einher. Die häufigste chromosomale Aberration ist das Down-Syndrom (Trisomie 21, Mongolismus). Bei Mädchen kann das zweite X-Chromosom fehlen oder unvollständig vorhanden sein (Ullrich-Turner Syndrom).
  • Hormonelle Störungen. Kinder mit einer Unterfunktion der Schilddrüse, einer verminderten Produktion von Wachstumshormon (Wachtumshormonmangel) oder Kinder, die vermehrt das Streßhormon Cortisol bilden oder langfristig mit Steroiden behandelt werden, wachsen schlecht.
  • Störungen des kindlichen Wohlbefindens oder Störungen des sozialen Umfelds (psycho-sozialer Kleinwuchs). Kinder, die in Heimen oder unter starkem Streß leben, wachsen schlecht.

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